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von Köhlers Forsthaus Frauke Köhler

Bucket List Ostfriesland - Teil 1

Reisefreudige Menschen legen sich gern eine Bucket List an mit Ländern und Zielen, die sie im Laufe ihres Lebens besuchen wollen.

Meistens sind es ferne Destinationen, außergewöhnliche Orte und Plätze, alles weit weg vom Heimatland.

Wer Ostfriesland besucht, hat nicht zwingend eine derartige Liste dafür im Plan. Doch auch auf der ostfriesischen Halbinsel lohnt es sich, eine persönliche “Bucket List” anzulegen.

Wir haben für Sie dazu eine Entdeckungsreise zusammengestellt mit bekannten, aber auch eher unbekannten Orten, die man in Ostfriesland sehen und erleben sollte. Es müssen ja nicht immer nur die allseits besuchten Städte und Küstenbadeorte sein...

In Teil 1 steht die Heimat im Mittelpunkt, was typisch für Ostfriesland ist sowie Geschichte und Kultur.

Teil 2 kommt im Mai und hat Orte für Kunst-Interessierte, Golfer und andere Spezies auf dem Plan.

Teil 3 folgt im Juni und widmet sich geheimnisvollen Plätzen wie den “lost  places” und einer einzigartigen Insel weit draußen.

 

Upstalsboom – Symbol Friesischer Freiheit.
Der Upstalsboom, ein mittelalterlicher Versammlungsort, liegt versteckt in einem kleinen Waldstück im Auricher Ortsteil Rahe. Der Name Upstalsboom setzt sich aus zwei Begriffen zusammen: “Upstal” steht für ein eingezäuntes Flurstück und “Boom” für Baum. Eigentlich bezeichnet das im engeren Sinn einen gemeinschaftlich genutzten (Weide)Grund.

Upstalsboom ist aber ein Sinnbild für die Freiheit der Friesen. Diese Stätte ist im ost-friesischen Küstenraum von größter historischer und symbolischer Bedeutung – es ist ein Symbol der Friesischen Freiheit. Ein Zitat von 1240 beschreibt die Besonderheit: “Der Stamm der Friesen ist nach außen frei, keinen anderen Herrn unterworfen”. Bis heute gilt die Friesische Freiheit als eine Besonderheit Ostfrieslands.

Der Upstalsboom war während der Zeit der Friesischen Freiheit im 13. und 14. Jahrhundert die Versammlungsstätte der Abgesandten der friesischen Landesgemeinden, der „Sieben Seelande“. Sie regelten dort das Zusammenleben innerhalb der Landesgemeinden und vertraten den Bund politisch nach außen.

Das Upstalsboom-Denkmal wurde 1833 von der Ostfriesischen Landschaft auf dem mittelalterlichen Grabhügel in Form einer etwa 5 m hohen Stein-Pyramide errichtet. In der Zeit des Nationalsozialismus sollte das Gelände des Upstalsboom zu einem Thingplatz umgestaltet werden. Diese Pläne kamen aber nicht mehr zur Ausführung, so dass das Aussehen des Geländes seit 1879 weitgehend unverändert ist. Eigentümer des Areals ist die Ostfriesische Landschaft.


Das Ostfriesische Landesmuseum
Kulturelle Juwelen haben in Emden ein Zuhause. Die größte und vollständig historische Waffensammlung Deutschlands ist hier ausgestellt.
Infos: landesmuseum-emden.d


Das 5-Mühlen-Land & Fehngebiete.
Entlang des Kanalsystems haben sich die Fehndörfer angesiedelt. Westgroßefehn ist die zweitälteste Fehnsiedlung Deutschlands, entstanden 1633 und die älteste in Ostfriesland. Die anderen Fehnorte wie Ostgroßefehn, Spetzerfehn und Mittegroßefehn entstanden viel später, teilweise erst Ende des 18. Jh. Neben den weißen Klappbrücken sind die traditionellen Windmühlen Wahrzeichen der Orte. Zum 5-Mühlen-Land gehören Westgroßefehn, Ostgroßefehn, Spetzerfehn, Felde und Bagband mit ihren unverwechselbaren Galerieholländern.

Fehngebiete gibt es nur in Ostfriesland. Ein Fehn ist eine Siedlungsform am Moorkanal. Sehenswert das idyllische Westgroßefehn, Urzelle der Fehnkultur. Das Fehnmuseum „Eiland“ zeigt die Urbarmachung der einstigen Moorlandschaft. Nicht versäumen sollte man den Besuch der Teestube Eiland. Der zweistöckige Galerieholländer von 1889 mit historischem Müllerhaus wird noch heute gewerblich genutzt. Besonders im Ort auch „De Weevstuuv“, ein Webmuseum in der ehemaligen Dorfschule.


Warftendorf Rysum.
Es ist das ursprünglichste Rundwarftendorf Ostfrieslands: Rysum. Spaziert man durch die schmalen Gassen hat man das Gefühl in einer anderen Zeit zu sein. Ein Kleinod ist die aus Back- und Tuffsteinen erbaute Kirche mit der wohl ältesten noch spielbaren Orgel Europas (1457). Der dreistöckige Galerieholländer von 1895 zeigt Mühlengeschichte. Von der Galerie hat man einen wunderbaren Blick über die Krummhörn.


Die Pünte – Fährmann, hol över...
In der Nähe von Amdorf macht Deutschlands älteste und letzte handbetriebene Autofähre ihren Dienst. Ein Denkmal auf dem Wasser: die Pünte Wiltshausen von 1562 und denkmalgeschützt. Der Fährmann und seine Gehilfen treten ihren Dienst am 1. Mai an und beenden ihn am 5. Oktober. Gut zu wissen: Montag + Dienstag ist Ruhetag. Und da die Fähre ein Tidegewässer quert, kann es wegen Hoch- oder Niedrigwasser zu Pausen im Fährbetrieb kommen. Infos gibt Ihnen der Fährmann unter 0151-62427171.


Museum der Armut
Im Moormuseum in Moordorf – das Museum der Armut - zeigt ein Freilichtmuseum auf einer 3,2 ha großen Moorfläche die Moorkolonisation in Ostfriesland. Es stellt die harten Lebens- und Arbeitsbedingungen dar: Wohnkultur, Torfabbau, Moorbrandkultur und Buchweizenanbau. Authentisch nachgebaute Lehmhäuser, originale Steinbauten und Soden/Plagenhütten vermitteln die armseligen Bedingungen im 20. Jh. Mehr dazu: moormuseum-moordorf.de

 

Butter, Brot und Käse.
Nur wenige Kilometer von unserem Hotel entfernt, im Ortsteil Tannenhausen, befindet sich das größte Großsteingrab in Norddeutschland, hier „Butter, Brot und Käse“ genannt. Es handelt sich hier um ein Hünengrab, eine ca. 5.000 Jahre alte Megalith-Grabanlage der Trichterbecherkultur. Diese drei Findlinge wurden 2014 mit weiteren sieben mannshohen und 5 t schweren Steinen ergänzt – zur Rekonstruktion, wie eins der bis zu 12 m langen und 3 m breiten Gräber ausgesehen haben könnte. Die Stadt Aurich ließ einen Rundweg anlegen, an dem Tafeln über den Aufbau und die Bedeutung des Großsteingrabs informieren.


Is Teetied!
Ostfriesland – Teeland. 300 Liter Tee trinkt der Ostfriese jährlich im Durchschnitt. Das entspricht in etwa dem Elffachen des deutschen Durchschnittsverbrauchs. Damit haben die Ostfriesen den weltweit größten Teeverbrauch pro Kopf.

Alles zur Tee-Kultur und Tee-Geschichte erfahren und eine Original ostfriesische Tee-Zeremonie erleben: Ostfriesisches Teemuseum in Norden.
Und wer das älteste Teehandelshaus von 1806 besuchen möchte: Unternehmen Bünting Tee in Leer, mit Teemuseum.


Das blaue Wunder...
...erlebt man in der Blaudruckerei in Jever. Handwerkskunst von Deutschlands jüngster Blaudruckerin Sabrina Schuhmacher. Bis zu 400 Jahre alte Druckstöcke aus ganz Europa sind zu bewundern und in öffentlichen Vorführungen kann man sehen, wie die Dekore der Blaudruckstoffe per Hand gedruckt werden. Deutschlandweit gibt es nur noch acht Betriebe dieses aussergewöhlichen Handwerks. Alles Wissenswerte: blaudruckerei.de


KULT: Drogerie Maaß in Aurich
Eine kultige Drogerie in der Fußgängerzone Osterstraße, der Besuch ein Muss – denn Retro ist in! Sie ist wahrscheinlich die älteste Drogerie in Ostfriesland und wirkt wie ein Museum. Seit 1855 ist sie in der 4. Generation in Familienbesitz. In diesem traditionsreichen Geschäft kann man nicht nur stöbern, sondern auch einkaufen. Viel Vergnügen!


Kurioses & Seltenes. Oll Reef Hus.
In Großefehn im Ortsteil Wrisse befindet sich dieses originelle Museum von Jürgen Tjaden. Altes, Kurioses, Seltenes – es ist ein Sammelsurium mit einem persönlichen Flair. Gesammelt wird eigentlich alles, ob Geräte und Maschinen, Gegenstände des Alltags, Utensilien aus der Küche der Vorfahren … zum schmunzeln, staunen und sich einfach nur wundern!


Nordsee-Kulinarik.
Die wohl besten Fischbrötchen und andere Fischspezialitäten gibt es bei Fisch Rinjes in Dornumersiel. Fangfrisch genießen in der Fischhalle mit Blick auf die Nordsee. Genuss pur!